Armenviertel und Indianerreservate – Unsere Auslandseinsätze in Brasilien

Seit 2003 ist Dipl.-Stomat. Siegfried Westphal zusammen mit seinem Studienfreund Dr. Tilo Bornkessel aus Angermünde, in zweijährigen Intervallen, in Südamerika unterwegs. Dr. Tilo Bornkessel arbeitete dort bereits seit 1996 mehrfach für eine deutsche Hilfsorganisation.

Die nunmehr selbst organisierten Hilfseinsätze führten in entlegene Gebiete Brasiliens, dahin wo ein Zahnarztbesuch nicht selbstverständlich und für viele Menschen unerschwinglich ist. Dabei ist kommt der Kontakt zu örtlichen Gemeinden der Salesianer Don Bosco im Bundesstaat Mato Grosso und zu vielen Freunden Ort sehr hilfreich.

Die Auslandseinsätze führten in die Indianerreservate der Bororo – und Xavante Indianer, zu Straßenkinderprojekten der Salesianer Don Bosco im Bundesstaat Mato Grosso und in verarmte Orte, nahezu am Ende der Welt.

Wie alles begann

“Du hast wohl hier nicht genug zu tun ” habe ich den Satz von einem Freund noch im Ohr, als ich ihm 2003 erzählte, dass ich zu einem Auslandseinsatz nach Brasilien aufbrechen werde. ” Überhaupt Brasilien, was soll es da schon geben außer Fußball und Karneval in Rio ” fuhr er weiter fort und schüttelte verständnislos den Kopf.

Angesteckt zu dieser Reise wurde ich von meinem Studienfreund Tilo, der seit 1996 schon einige Male über eine deutsche Hilfsorganisation in Brasilien zahnärztlich tätig war. Dabei wurden Kinder aus den Armenvierteln verschiedener Städte, den ” Favelas “, als auch Indianer in abgelegenen Reservaten behandelt.

Irgendwie habe ich in meiner Jugend vielleicht zu viele Berichte über Albert Schweitzer gesehen und gelesen. Die Vorstellung in Brasilien zu arbeiten, um Indianern und Armen auf meine Weise zu helfen, ließ mich nicht mehr los. Ich weiß, davon wird die Welt nicht besser, aber schlechter bestimmt auch nicht!
Vielleicht ist es auch eine Folge unserer Sozialisation in der DDR, jenes Fernweh das wir in Jugendjahren hatten und es in einem eingemauerten Land nicht verwirklichen konnten. Jetzt konnte der Traum wahr werden.

Neben unseren Arbeitseinsätzen bei den Bororo-Indianern und in Cuiabá – der Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso – wollten wir so viel wie möglich von Brasilien sehen und abseits von üblichen Touristenrouten tief eintauchen in das brasilianische Leben, um das Land und seine Menschen zu verstehen.

“Gott ist Brasilianer ” hatte ich in einer der unzähligen Reisebeschreibungen über das Land gelesen. Dem ging es nachzuforschen, das Land zu entdecken und das Paradies zu suchen.

Ohne selbst ein Wort portugiesisch zu sprechen, jedoch mit einem nahezu perfekt portugiesisch sprechenden Freund Tilo an meiner Seite begann das Abenteuer Brasilien.

2003 – von Brasilien “infiziert”

Es soll zwei Arten von Brasilienreisenden geben, der einen reicht der einmalige Besuch des Landes vollends. Die andere Art ist derart von den Menschen, der Natur und vom Lebensgefühl ” infiziert “, dass sie immer wieder in dieses Land besucht, dass mit einer Größe von 10,5 Millionen km² nahezu so groß wie Europa ist und eine unermessliche Vielfalt an Flora und Fauna, an Gebirgen und Tiefebenen, an Flüssen und Sumpfgebieten, an Savannen und Regenwäldern, an Mega-Metropolen an den Küsten und einsamen, fast menschenleeren Regionen im trockenen Nordosten bietet.

Gepaart mit einer Bevölkerung, die indianische, europäische und afrikanische Wurzeln hat und einer Vielzahl kultureller und religiöser Einflüsse, ist das Land kontrastreich und voller Widersprüche .

2003 bildete die zahnärztliche Tätigkeit in Meruri ( Reservat der Bororo-Indianer ) den Mittlepunkt unseres Auslandseinsatzes. Das Reservat liegt 400 km östlich von der Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso, Cuiabá , entfernt. Die Schönheit der Natur konnten wir im größten Sumpfgebiet der Erde, dem Pantanl, bestaunen. In der Nähe von Manaus ( Hauptstadt des Bundesstaates Amazonien ) lebten wir 4 Tage bei Caboclos ( Mischlinge aus Indianern und Europäern ) in ihrem Stelzenhaus im Rio Solimoes.
In Rio de Janeiro besuchten wir unsere Freunde Paulo und Silvia. Außerdem tangierte Salvador da Bahia und Natal ( Rio Grande do Norte ) unsere Reiseroute.

Bilder. Rio, Salvador, Natal, Manaus , Cuiabá, Meruri, Pantanal, Chapada dos Guimaraes

2005 – “Fala portugues, por favor”

Sprich portugiesisch, bitte. Diesen Satz hatte ich 2003 immer wieder gehört.
Mit dem Sprachlernprogramm von ” Rosetta Stone ” begann ich im Vorfeld der Reise einen ” Schnupperkurs ” von 22 Lektionen. Weitere Vokabeln kamen während
der Reise hinzu (” learning by doing ” ).

Infiziert von unserer Reise 2003 machten wir, bei unseren Arbeitseinsatz 2005 im Bundesstaat Mato Grosso ,wieder Station bei den Bororo- Indianern in Meruri und behandelten Kinder aus dem Staßenkinderprojekt ” Nossa Casa ” ( Unser Haus ) auf dem Gelände der Salesianer Don Bosco im Stadtteil Coxipo der Hauptstadt Cuiabá.

Neben dem Besuch unserer Freunde Paulo und Silvia in Rio de Janeiro und unseren
Freunden, der Familie Araujo bei Manaus ,stand natürlich das Pantanal auf dem Reisprogramm. Begleitet wurden wir in diesem Jahr von der Abiturientin Maria Westphal, die den Helferinnen-Part übernahm.

Ein Abstecher führte uns zu den Wasserfällen von Foz de Iguacu. Über den Parana-Fluß gelangten wir schließlich nach Puerto Bertoni (Paraguai) zum ehemaligen Wohnhaus des Wissenschaftlers Moisis Bertoni (1857 -1929), der erstmalig die kalorienfreie und nichtkariogene Süßpfanze Stevia (Stevia rebaudiana) beschrieb.

Bilder : Rio, Manaus, Meruri, Coxipo, Pantanal, Foz de Iguacu, Paraguai

2007 – Improvisation gefragt

In diesem Jahr waren unser Studienfreund Dr. Hans-Joachim Senft und Regina, eine brasilianische Krankenschwester und langjährige Bekannte, unsere Begleiter.
Der Arbeitseinatz bei den Bororo-Indianern in Meruri gestaltete sich schwierig, da für die Behandlungseinheit keine Turbine vorhanden war. Ein mitgebrachter Akkubohrer, den wir sonst in Deutschland bei Hausbesuchen als Notbehelf verwenden, sollte die Lösung sein.

Das Akku war nach einem Tag leer und bei dem in Meruri vorhandenen 110 Volt Gleichstrom dauerten die Aufladezeiten zu lange. Mittels einer, von einem Salesianerpater ausgeliehenen Autobatterie, 2 Drähten und einer Lüsterklemme gelang uns ein kontunierlicher Betrieb des Akkubohrers.

Wir konnten weiter arbeiten ! In Coxipo waren in einem, nunmehr vergrößerten Behandlungsraum, Straßenkinder aus dem Projekt ” Nossa Casa ” unsere Patienten.
Neben dem Pantanal und Manaus ( Familie Araujo ) streiften wir bei unserer Reise auch Natal und Pipa ( Rio Gande do Norte ) und Rio de Janeiro.

Bilder: Natal, Pipa, Manaus, Meruri, Cuiaba, Pantanal, Rio

2009 – Am Rande des Wassers

Mit nunmehr ca. 18.000 Vokabeln Portugiesisch, zugehöriger Grammatik und Redewendungen im Kopf ( 208 Lektionen, Level 1 -3 von Rosetta Stone ) geht es auf unsere 4. Reise nach Brasilien.

Die Landessprache zu sprechen ist, besonders in den weit von Großstädten abgelegenen Gebieten, wichtig. In diesem Jahr beginnt unsere Reise schon Mitte Juni, am Ende der Regenzeit.

Vor unseren Arbeitseinsatz sind wir auf der größten Flußinsel der Welt, der Ilha de Marajó ( Para ) im Mündungsdelta des Amazonas, auf einer Fazenda zu Gast. Im sumpfigen Gelände dreht sich hier viel um die, aus Asien angesiedelten , Wasserbüffel.

Die in ganz Brasilien sehr populären Junifeste ( Festas Juninas – zu Ehren der Heiligen Antonius, Johannis und Petrus) erleben wir in Belém ( Para). Danach führt uns unsere Reise auf die Amazonasinsel Tupinambarana, nach Parintins ( Amazonia) . Hier findet, am letzten Juniwochenende das Volksfest ” Bumba meu Boi ” ( ” Steh auf, mein Ochse ” ) , eine Art indianischer Karneval statt.

Weiter geht in Amazonien nach Manaus und Presidente Figueiredo. Der bisherige Höchstwasserstand des Rio Negro, aus dem Jahr 1953, wurde in diesem Jahr noch um 7 cm überschritten. Ganze Teile des Hafengebietes stehen unter Wasser. In Meruri – bei den Bororo-Indianern – beginnt unser Arbeitseinastz in Mato Grosso .

Auf Einladung unseres Freundes, Mestre Angelo , sind wir danach in einem Straßenkinderprojekt der Salesianer Don Bosco, im Centro Juvenil in Poxoreú tätig. In dem, von einem riesigen Tafelberg ( ” Morro da Mesa ” ) und mehreren Flüssen geprägten Ort
ist großer Behandlungsbedarf.
Nach dem Ende der Diamentenwäscher-Ära ist der Ort sehr verarmt. Mit einen Besuch im Tierparadies Pantanal und in Rio endet unsere Reise.

Bilder: Ilha de Marajo, Belém, Parintins, Manaus, Presidente Figueiredo, Meruri, Poxoreú, Pantanal

2011 – Am Fuße des Tafelberges

Zum zweiten Mal sind wir im Straßenkinderprojekt der Salesianer Don Bosco in Poxoreú ( Mato Grosso ) im Einsatz. Hier, am Fuße des Tafelberges Morro da Mesa (Tischberg), erleben wir, wie durch die Arbeit der Salesianer das Leid und die Not der verarmten Landbevölkerung zumindest gelindert wird.

In Alto Coité, nahe Poxoreú, nehmen wir, mit vielen unserer Patienten, an der ” Festa do Bom Jesus ” ( ” Fest vom guten Jesus ” ) teil. Nach dem Arbeitsteil der Reise besuchen wir mit Bom Jardim ( Mato Grosso ) und Bonito ( Mato Grosso do Sul ) paradiesische Orte.

Der Abschluß unserer Reise ist ein Besuch beim größten Rodeo ( ” Festa do Peao ” ) auf dem südamerikanischen Kontinent in Barretos ( Bundesstaat Sao Paulo ).

Bilder: Cuiabá , Poxoreú , Alto Coité, Bom Jardim , Bonito, Barretos

2013 – Ausflug in die Vergangenheit

Einen Ausflug in die Entstehungsgeschichte des Bundesstaates Mato Grosso und Brasiliens wollten wir mit unseren Arbeitseinsatz 2013 verbinden.

Zunächst waren wir wieder im Centro Juvenil in Poxoreú tätig. Neben unserer ,seit
Jahren zuverlässigen Begleiterin Regina, hatten wir mit der gelernten Krankenschwester Nislene, tatkräftige Unterstützung bei der Behandlung sowohl von Kindern und Jugendlichen, als auch von Erwachsenen.

Bei den Bororo – Indianern in Meruri wurden wir von unseren ” alten Bekannten ” Mestre Mario, Padre Ochoa und dem Häuptling ( Cacique ) herzlich begrüßt. In Sangradouro ( Mato Grosso ) habe ich erstmals Kontakt zu Xavante – Indianern.

Nach dem Behandlungteil unserer Reise geht es zurück nach Cuiabá und von dort aus mit dem Mietwagen nordöstlich, in das ca. 600 km entfernte Vila Bela da Santíssima Trinidade. Hier am Oberlauf des Rio Guaporé begann 1752 die Erschließung von Mato Grosso.

Folglich wurde der Ort auch die erste Hauptstadt diese Bundesstaates und blieb es bis 1820. Erst dann wurde Cuiabá Hauptstadt. Die Stadt ist geprägt durch die Nachfahren westafrikanischer Sklaven, die zur Arbeit in den Goldminen und auf den Plantagen hierher verschleppt wurden.

Auch Reginas Familie ist hier beheimatet. Wir werden dort herzlich aufgenommen, nehmen an der Hochzeit von Reginas Nichte und dem kulturellen Höhepunkt im Ort, der ” Festa do Congo ” ( ” Kongofest ” ) teil. Über den Grenzfluß Rio Verde , einen Nebenfluß des Rio Guaporé, gelangen wir in das Naturparadies des Nationalparks ” Noel Kempff Mercado” nach Bolivien.

In der Chapada dos Guimeraes, ca. 80 km von Cuiabá entfernt, erleben wir eine beeindruckende Canyonlandschaft.
Weiter geht es in den Bundesstaat Pernambuco, wo uns neben der Hauptstadt Recife,
die weitaus schönere Schwesterstadt Olinda ( gegründet 1535 ) erwartet. Der Charme der Häuser und Kirchen aus der Kolonialzeit ist beeindruckend. Am Strand von Porto de Galinhas ( nahe Recife) lassen wir die Reise ausklingen.

Bilder: Poxoreú, Meruri, Sangradouro, Vila Bela, Recife, Olinda, Porto de Galinhas

2015 – Bei den Xavante-Indianern

Unser Freund Angelo, der mittlerweile seine Weihe zum Priester empfangen hat, ist in einer Missionsstation im Indianerreservat der Xavante- Indianer in Sao Marcos ( Mato Grosso ) tätig. Hierhin führt uns der Behandlungsteil unserer Reise 2015.

Begleitet werden wir von Michael, einem Krankenpfleger aus Angermünde. Die Behandlung in winzigen Sprechzimmern in Sao Marcos und Namunkura gelingt , trotz technischer Unzulänglichkeiten an den Behandlungseinheiten . Im Laufe der Behandlungstage gewinnen wir das Vertrauen des Stammes . Als Dank und Anerkennung für unsere Tätigkeit werden wir mit den, für die Xavante – Indianer typischen Arm – und Federschmuck ausgestattet. Fast sind wir Teil des Stammes.

Das Pantanal besuchen wir diesmal über die , mehr nordöstlich von Cuiabá gelegene, Stadt Cáceres. Hier gelingt es , nach mehreren vergeblichen Versuchen, am Ufer des Rio Paraguai einen Jaguar in freie Wildbahn zu beobachten.

Weiter geht es nach Ouro Preto ( Bundesstaat Minas Gerais ), in das barocke Herz Brasiliens. Nachdem die Goldminen nahezu ausgebeutet sind , werden vielerorts Edelsteine ( Topas, Amehyst, Turmalin, u.a. ) gewonnen. Sehenswert sind auch die nahegelegenen Städte Mariana und Congonhas.
Zum Abschluss unserer Reise besuchen wir unsere Freunde nahe Manaus am Rio Solimoes.

Bilder: Sao Marcos, Pantanal, Ouro Preto, Manaus

2017 – Ein Paradies am Ende der Welt

Über Primavera ( Mato Grosso ) , wo unser Freund Padre Angelo inzwischen als Priester eine Gemeinde betreut, und Poxoreú fahren wir mit unseren Mietwagen stundenlang über staubige Wege durch den Cerrado ( Buschsteppe ) bis an das gefühlte Ende der Welt. Hier im Ort Paradiso do leste ( Paradies des Ostens ) ist unser Einsatzgebiet.

Eine Laienorganisation der Salesianer Don Bosco, hat uns kontaktiert und den Wunsch geäußert, das wir dort tätig werden mögen. Geleitet wird diese Organisation in Paraiso do Leste von Myriam, die gebürtige Italienerin ist. Sie richtet jedes Jahr ein Feriencamp für arme und benachteiligte Kinder und Jugendliche aus der Region aus.

Während dieses Feriencamps ist auch unsere Behandlungstätigkeit. Das, von einem italienischen Zahnarzt eingerichtete , Behandlungszimmer hat auch hier seine technischen Unzulänglichkeiten. Mit Hilfe geschickter, ortsansässiger Helfer lässt sich vieles wieder Gangbar machen. Nislene hilft auch in diesem Jahr mit. Sie studiert inzwischen Zahmedizin in Rondonopolis ( Mato Grosso ). Ohne Mobilfunknetz, aber in einer traumhaften Landschaft und bei einer armen, aber herzlichen Bevölkerung erleben wir das Leben aus einem anderen Blickwinkel.

Weiter geht es in den Osten des Bundesstaates Mato Grosso, nach Barra do Garcas.
Hier an der Grenze zum Bundesstaat Goias mündet der Rio das Garcas in den Rio Araguaia, einen Nebenfluss des Amazonas. Neben der Flußlandschaft besuchen wir das Tuffsteingebirge der Serra do Roncador.

Am Rio Solimoes ( Amazonien ) werden verbringen wir einige Tage im Stelzenhaus der Familie Araujo , bevor wir nach Sao Luis, der Hauptstadt des Bundesstaates Maranhao , an die Atlantikküste aufbrechen. Auch hier gibt es eine sehr schöne Altstadt mit Häusern aus der Kolonialzeit. Der Besuch der ” Lencois Maranhensis “, einer von Lagunen durchzogenen Wüstenlandschaft nahe dem Hauptort Barreirinhas, und eine Treckingtour durch die Wüste beendet unsere Reise.

Bilder: Primavera, Paraiso do Leste, Barra do Garcas, Manaus , Sao Luis, Lencois

2019 – Zwischen Cerrado und Caatinga

Zunächst sollten wir zum Arbeitsteil unserer Reise nach Paraiso do Leste zurückkehren. Wir wurden dort schon erwartet. Seit unserer letzten Tätigkeit vor zwei Jahren war kein weiterer Zahnarzt mehr vor Ort. Auch der italienische Kollege, der das Sprechzimmer 2009 eingerichtet hatte, nicht mehr . Demzufolge war der Behandlungsstau bei der Landbevölkerung groß.

Das Feriencamp brachte zusätzlichen Behandlungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen. Da das Licht in der OP-Lampe nicht funktionierte , musste eine LED – Taschenlampe zur Ausleuchtung bei der Behandlung ausreichen. Assistiert wurden wir wieder von Regina und Nislene. Die Behandlungstage vergingen wie im Fluge und wir mussten versprechen wiederzukommen.

Ungefähr 400 km nördlich von Cuiabá ( Mato Grosso ) liegt Campo Novo do Parecis, am Übergang des Cerrado in die, weiter nördlich gelegenen Randbereiche des amazonischen Regenwaldes. In das Dorf Wazaré der Paresi-Haliti-Indianer hatte uns der Cacique Rony eingeladen. Wir sollten dort einige Tage zusammen mit den Indianern verbringen. In einer Hütte bezogen wir mit unseren Hängematten Quartier.

Die Tage bei den Indianern waren eindrucksvoll und spannend. Die Teilnahme an einem Ritual, mit vollständiger Körperbemalung und indianischer Bekleidung ein unwiederbringliches Erlebnis. Ja, wir hätten länger verweilen können, doch über Bom Jardim und Cuiabá ging es weiter nach Salvador da Bahia. Mit einem Katamaran erreichten wir nach 2,5 stündiger Überfahrt die Ilha Tinhare , wo uns im Hauptort Morro do Sao Paulo ein Badeparadies mit Traumständen erwartete.

Mit dem Helikopter flogen wir nach Salvador zurück. Der Abschluss der Reise hatte es in sich. In der Chapada Diamantina, ca. eine Flugstunde von Salvador entfernt und im gleichen Bundesstaat gelegen, erwarteten uns Trekkingtouren und Höhlenschnorcheln.
Atemberaubende Canyonlandschaften und eine von der Caatinga geprägte Vegitation entschädigten für die weite Reise.